Therapie der Lese-Rechtschreib-Störung
Legasthenieprävention schon im Kindergarten möglich!
Schon im Kindergarten können Grundfertigkeiten, die später
für das Lesen- und Schreibenlernen wichtig sind trainiert werden.
Kinder, in deren Familien Legasthenie schon einmal vorgekommen ist, sind
sogenannte „Risiko-Kinder“. Hier ist besondere Vorsicht angebracht.
Im Vorschulalter kann zwar noch keine Lese-Rechtschreib-Störung festgestellt
werden, jedoch können die Vorläuferfertigkeiten untersucht und
bei Bedarf gefördert werden.
Mehr Informationen unter http://www.phonologische-bewusstheit.de/
Wird in der Schule dann eine LRS diagnostiziert beginnt die Suche nach
einer/m guten LRS-Therapeuten/in.
Allgemeine Informationen zur Legasthenietherapie
Was ist eine LRS-Therapie?
Ein/e Legasthenietherapeut/in ist ein/e speziell ausgebildete/r Expert/in,
die/der spezielle Fachkenntnisse über das Störungsbild hat.
Lese- und Rechtschreibprobleme sind sehr stabil und können ohne Behandlung
an Schwere zunehmen, wobei einfache Nachhilfe nicht hilft.
In einer individuell abgestimmten Einzeltherapie wird
mit dem legasthenen Kind auf der Grundlage seiner Schwächen und Stärken
sowie der individuellen psychischen Situation gearbeitet.
Was beinhaltet eine Legasthenietherapie?
• Wesentlich ist die Beratung des Kindes, der Eltern und der Lehrperson
bez. des Umgangs mit der Legasthenie oder der Sekundärsymptomatik.
• Die Legasthenietherapie ist eine Übungsbehandlung des Lesens
und Rechtschreibens, die auf einer umfassenden Diagnostik (Mindestanforderung:
standardisierter Lese- und Rechtschreibtest, Intelligenztest) beruht.
• Strukturiertes Lese- und Rechtschreibtraining und Schulung in
Techniken der Fehlerkontrolle.
• Bedeutsam ist die Unterstützung der psychischen Bewältigung
der Legasthenie. Psychotherapeutische Aspekte dienen zur Unterstützung
der Lernfreude und Motivation, dem Abbau von Versagensängsten und
der Einübung von Bewältigungsstrategien.
• Kooperation mit Elternhaus und Schule und bei Bedarf mit anderen
Berufsgruppen wie LogopädInnen, ÄrztInnen, PsychotherapeutInnen.
Allgemeine Grundsätze:
• Werden sie misstrauisch, wenn ihnen jemand verspricht, die Legasthenie
mit einfachen Mitteln zu heilen. Eine Wunderwaffe gibt es bislang noch
nicht.
• Ein guter Therapeut macht kein Geheimnis aus seiner Therapie.
Eltern und Lehrer/innen werden in die Therapie einbezogen.
• Für jedes Kind wird ein individuelles Förderkonzept
erstellt.
• Eine Legasthenietherapie hat ihren Schwerpunkt in der systematischen
Einübung im Lesen und Schreiben.
• Begleitstörungen werden beachtet (Sprache, Motorik, Visu-Motorik,
Konzentration).
• Stehen eine Angststörung, eine depressive Störung, eine
Störung des Sozialverhaltens oder ein Hyperkinetisches Syndrom im
Vordergrund, so empfiehlt sich eine psychiatrische Abklärung bzw.
eine ergänzende psychotherapeutische Behandlung.
• Eine Therapie sollte so früh wie möglich ansetzen.
• Einzeltherapie ist effektiver als gruppentherapeutische Verfahren.
• Eine zeitlich engmaschige Therapie, mindestens einmal pro Woche,
verbunden mit täglichen Übungseinheiten unter Einbindung der
Eltern ist empfehlenswert.
• Eine Legasthenietherapie dauert ein bis zwei Jahre und setzt fortdauernde
regelmäßige Übung voraus.
• Der Therapeut überprüft in regelmäßigen Abständen
die Fortschritte des Kindes und hält sie über die Fortschritte
Ihres Kindes am Laufenden.
• Es gibt kein Medikament zur Behandlung von Legasthenie.
Vorsicht!
Da es für eine Legasthenietherapie bzw. -förderung keine offiziell
geschützten Titel und anerkannten Methoden gibt, kann praktisch jeder
Legasthenietherapie anbieten und den Titel Legasthenietherapeut/in führen.
In der Behandlung der Legasthenie ist die Effektivität von symptomspezifischen
Trainings gut belegt. Diese haben einen direkten Bezug zur Symptomatik,
setzen also beim Lesen und Schreiben sowie der phonologischen Bewusstheit
an.
Die Effektivität von Trainings, die nichts mit dem Lesen
und Schreiben zu tun haben, konnte nicht bewiesen werden.
Weitere Informationen zu qualitativ hochwertiger Legasthenie-Therapie finden Sie auf den Seiten des
Berufsverbandes der akademischen LRS-TherapeutInnen ( www.lrs-therapeuten.org)
sowie des Bundesverbandes Legasthenie Deutschland ( www.legasthenie.net).
Therapie Anlaufstellen in Wien und Niederösterreich
Zentrum für kinder-, jugend- und familienpsychologische Intervention
Universität Wien
Liebiggasse 5/1. Stock
telefonische Voranmeldung:
Klein- und Vorschulkinder: (01) 4277 / 47868
Schulkinder und Jugendliche: (01) 4277 / 47856
Studierende der Psychologie bieten im Rahmen der Ausbildung zur/m Lerntherapeuten/in
unter anderem auch LRS-Therapie (Studierende stehen unter Supervision).
Zusatz:
Begrenzte Zahl von Freiplätzen (Therapie kostenlos, 2-3 Monate Wartefrist)
Die Trainer des Berufsverbandes der akademischen LRS-Therapeuten sind
Absolventen des 2-jährigen Universitätslehrganges in Salzburg.
Therapeutenliste online auf www.lrs-therapeuten.org
Ansprechperson für Wien und Niederösterreich:
MMag. Dr. Nicole Schöfbenker
Tel.: 0699 10115747
Email: nicole_schoefbenker@yahoo.com
Auch der Qualitätszirkel Legasthenie bietet eine 1-jährige
Fortbildung an.
Die Therapeutenliste finden Sie unter www.qualitaetszirkel-legasthenie.at
Ansprechperson für Wien:
Barbara Salmen
Tel.: 0676 7850545
Email: barbara.salmen@inode.at
Therapie in Niederösterreich
Beratungszentrum für Schulfragen
Schlosspark 1
2120 Wolkersdorf
Tel.: 02245 / 68 70
Fax: 02245 / 68 70-2
E-Mail: beratung.wodo@asn.netway.at
http://schulen.asn-noe.ac.at/spzwolkersdorf/
Die Trainer des Berufsverbandes der akademischen LRS-Therapeuten sind
Absolventen des 2-jährigen Universitätslehrganges in Salzburg.
Therapeutenliste online auf www.lrs-therapeuten.org
Ansprechperson für Wien und Niederösterreich:
Kathrin Klingebiel
Tel.: 0650 9302324
Email: kathrin_klingebiel@gmx.at
Auch der Qualitätszirkel Legasthenie bietet eine 1-jährige
Fortbildung an.
Die Therapeutenliste finden Sie unter www.qualitaetszirkel-legasthenie.at
Ansprechperson für Niederösterreich:
Barbara Salmen
Tel.: 0676 7850545
Email: barbara.salmen@inode.at