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Tipps für den Umgang mit legasthenen Kindern
Tipps für LehrerInnen
Grundsätze:
- Machen Sie sich schlau! Informieren Sie sich über Erlässe oder Verwaltungsvorschriften die in Ihrem Bundesland gelten.
Österreich: www.schulpsychologie.at
Deutschland: www.legasthenie.net
- Bei Verdacht LRS/Legasthenie suchen Sie Kontakt zu den Eltern und vermitteln Sie an Spezialisten! Der erste Schritt sollte zumeist der zur/m Psychologin/en sein!
- Setzen Sie das Kind nach vorne, am besten frontal zur Tafel, damit es so wenig wie möglich abgelenkt wird
- Vorlesen sollte nur auf freiwilliger Basis erfolgen!
- Forderungen nach einer deutlichen und sauberen Schrift sind berechtigt.
- Vermeiden Sie Zeitdruck
- Suchen Sie die/den „richtige/n“ Sitznachbarn/in für das Kind. Diese/r spielt für die Aufmerksamkeit eine große Rolle!
- Bieten Sie den Kindern zum Abschreiben mehr Zeit (Tafel/Overheadfolien,…)
- Ferienzeiten dienen als Erholung und auch Pausen sind wichtig!
- Vergleichen Sie das Kind nicht mit anderen sondern stets die Leistungen des Kindes mit seinen eigenen (vorher/nachher)!
- Lesen lernt man nur durch Lesen! Bieten Sie Bücher oder interessante Zeitschriften an
- Klare und direkte Aufgabenstellungen
- „Schreibe, wie du sprichst“ entspricht NICHT der deutschen Sprache! (z.B. F = f, ff, ph, v: Fahne, Schiff, Physik, Vater)
- Allgemein können sich Methodenvielfalt und Methodenwechsel positiv auf Aufmerksamkeit und Konzentration auswirken
- Behalten Sie im Hinterkopf, dass auch die Eltern des betroffenen Kindes Schwierigkeiten mit Lesen und Schreiben haben könnten!
- Bieten Sie mündliche Prüfungen an.
- Planen Sie Projektarbeiten in die jedes Kind seine Stärken einbringen kann. Dies fördert das Selbstbewusstsein und die Kreativität!
Hausübungen:
- Vereinbaren Sie Sonderregelungen
- Sprechen Sie sich mit der/dem Therapeuten des Kindes ab
- Beachten Sie ein zeitliches Limit, unabhängig davon, ob die Hausaufgaben fertig sind.
- Erlauben Sie dem Kind, die Hausaufgabe am Computer zu schreiben (mit Rechtschreibprogramm)
- Arbeiten Sie mit den Eltern zusammen!
Tipps für Eltern
Grundsätze:
- Erklären Sie Ihrem Kind was LRS/Legasthenie ist - Nehmen Sie ihm das Gefühl des Versagens!
- Bieten Sie Ihrem Kind IMMER einen sicheren Hafen zu Hause – Erst kommt Ihr Kind, dann die LRS/Legasthenie!
- Ermunterung statt Entmutingung
- Lob statt Tadel
- Belohnung statt Strafe
- Stärken Sie das Selbstvertrauen Ihres Kindes – finden Sie gemeinsame Stärken heraus und geeignete Lernstrategien, die zu Ihrem Kind passen.
- Die Suche nach dem Schuldigen ist normal, aber sie hilft niemandem! Versuchen Sie Schuldzuweisungen zu vermeiden.
- LRS/Legasthenie hat NICHTS mit Dummheit zu tun! Heben Sie die Stärken ihres Kindes hervor und loben Sie Dinge, die es gut kann.
- Lesen lernt man durch Lesen! Lesen Sie ihrem Kind vor, bieten Sie ihm Bücher an, lesen Sie mit dem Kind zusammen.
- WARTEN IST NIE DIE RICHTIGE LÖSUNG! LRS/Legasthenie wächst sich nicht aus! Je früher Sie Hilfe suchen, desto mehr schützen Sie Ihr Kind vor LRS/Legasthenie und den Auswirkungen!
- Erklären Sie das Problem Verwandten und Freunden und lassen Sie belastende Einmischungen nicht an sich heran.
- Seien Sie geduldig! LRS/Legasthenie wächst sich nicht von alleine aus sondern bedeutet harte Arbeit!
Häusliches Üben:
Wenn zusätzliche Übungen zu Hause durchgeführt werden, dann möglichst nach folgenden Regeln:
Grundsätze:
o Förderung durch die Eltern ist nur dann möglich, wenn die Eltern-Kind-Beziehung dadurch nicht belastet wird!
o Maßnahmen sollten mit LehrerIn/TherapeutIn abgestimmt sein
o Sie haben ausreichend Zeit für ein regelmäßiges (tägliches) Training
o Begrenzen Sie Übungen auf max. 10 – 20 Minuten pro Tag – täglich wenig, aber dafür regelmäßig
o Machen Sie einen regelmäßigen Wochenplan
o Schaffen Sie einen Platz in dem Sie mit ihrem Kind die geplante Zeit in Ruhe arbeiten können, ohne durch Geschwister, Anrufe, Musik- oder Fernsehgeräusche gestört zu werden.
o Lesen ist wichtiger als Rechtschreiben! Man braucht es zum Beispiel auch für Textaufgaben in Mathematik, dem Lesen eines Sachtextes in Biologie oder dem Lesen von Straßenschildern, Rezepten oder Zeitungen.
o Passen Sie die Übungen am Leistungsstand Ihres Kindes an und nicht am Klassenniveau, um Überforderung zu vermeiden.
o Loben Sie auch kleine Erfolge Ihres Kindes!
o Loben Sie auch die Anstrengungsbereitschaft Ihres Kindes!
Schreiben:
o Legen Sie einen Karteikasten an
o Verwenden Sie häufig vorkommende Wörter (Grundwortschatz der Grundschule) und individuelle Fehlerwörter des Kindes
o Halten Sie die Wortanzahl pro Tag überschaubar (1./2. Klasse: 3-6 Wörter/Tag, 3./4. Klasse: 5-10 Wörter/Tag)
Lesen:
o Achten Sie auf spannenden Lesestoff
o Lesen Sie ein Buch gemeinsam mit Ihrem Kind (Abwechselnd jeweils einen Absatz) – aber achten Sie auf die Einhaltung der Zeitbeschränkung!
ACHTUNG: Falls es Ihnen nicht möglich ist, mit Ihrem Kind zusätzliche Übungen durchzuführen, suchen Sie Hilfe von außen durch speziell ausgebildete LRS/Legasthenie-Fachkräfte!
Geschwister:
- Erklären Sie die Situation des Kindes mit LRS/Legasthenie dem Geschwisterkind
- Vergleichen Sie nicht die Leistungen Ihrer Kinder, jedes Kind ist einzigartig!
- Vernachlässigen Sie nicht Ihre anderen Kinder. Machen Sie zum Beispiel einen fixen Tag in der Woche aus, in der Sie nur etwas mit dem Geschwisterkind unternehmen (z.B. eine Stunde im Garten plaudern oder in ein Cafe gehen).
Weitere online Informationen:
www.lrs-therapeuten.org -> Elternberatung -> Hilfen für Ihr Kind
www.legasthenie.net -> Legasthenie -> Hilfe
www.duden.de
Heft:
Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten LRS/Legasthenie Elternratgeber, DyPaTec
www.dyspel.org
Beispiel für Lernkartei
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Bei weiteren Fragen können Sie sich gerne jederzeit an das Team wenden:
Eva Lunzer
Tel.: 01 / 320-80-14
Tel.: 0699 / 1-911-08-02
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